4. November – Jahrestag der Gelübdeablegung Mutter Paulines und ihrer drei Gefährtinnen

Mutter Pauline beschreibt diesen wichtigen Akt detailliert in ihrer Autobiografie.

Während das Ende der Allerheiligenlitanei gebetet wurde, traten wir an den Altar, knieten auf der untersten Stufe, baten abermals den Bischof, die Gelübde ablegen zu dürfen – und er gestattete es. Jetzt empfing ich die brennende Kerze, kniete eine Stufe höher und sprach die Gelübde aus. Ich las sie laut und deutlich und war tief durchdrungen von der Bedeutung der wichtigen Worte. Gott gebe mir die Gnade, bis an mein Lebensende auszuharren! Es ist mein fester Vorsatz, in dieser Genossenschaft zu leben und zu sterben, so sprach ich, und Alles zu meiden, was meinen hier erklärten Willen wankend machen könnte. Ich gelobte die evangelischen Räte der Armut, der Keuschheit und des Gehrsams nach der in der Kongregation üblichen Weise. Ich erklärte, mich versenden lassen zu wollen und zurückzukehren nach dem Willen des Bischofs und der Oberin. Ich erklärte: dem Dienst der Blinden, der Kinder, der Hilfsbedürftigen meine Zeit und Kräfte, Gesundheit und Leben weihen zu wollen. O, lieber Gott, hilf mir dazu! – Ein Opfer Deiner hl. Liebe möchte ich werden. Nach abgelegtem Gelübde übergab ich dem Bischof dasselbe schriftlich; es wurde auf den Altar gelegt. Nachdem ich zurückgetreten, legten auch die übrigen Schwestern ihre Gelübde ab. Dann steckte uns der Bischof die geweihten Ringe an den vierten Finger der linken Hand. Sie mögen uns erinnern an die Treue, an die Gelübde, die wir dem Heiland zugesichert, und so wie der Ring ohne Ende sei, möge auch sie es sein.

 

Der Ring Mutter Paulines wurde bei der zweiten Graböffnung am 8. März 1985 gefunden und gilt den Schwestern seitdem als kostbare Reliquie.

Momentaufnahmen aus dem Leben Mutter Paulines - als Jugendliche und als Ordensgründerin

In Paderborn wurde ein etwas längerer Halt gemacht, indem wir dort recht liebe Verwandten haben. Der Ort hat etwa 7000 E. und ist ziemlich belebt. Besonders an dem Liborifeste herrschte große Lebhaftigkeit. In dortiger Gegend ist es nämlich nicht gebräuchlich, dass, wie hier in Aachen, eine jede Pfarre für sich ein Fest hat, die Kirmes platt d. Kirr genannt, wobei dann bekanntlich eine Prozession gehalten wird, aber auch Bälle gegeben und oft die Straßen mit Girlanden geschmückt werden, sondern dort vereinigt sich die ganze Stadt zu einem gemeinsamen Feste, welches Libori beginnt und einige Tage dauert. Natürlich ist es weit großartiger als hier die Kirchmessen. Es wird eine Art von Jahrmarkt gehalten, zu welchem alle Bewohner der Umgebung herbeiströmen, und mit welchem zugleich kirchliche Feierlichkeiten verbunden, da der h. Libori als Patron der Stadt verehrt wird, und seine Reliquien in dem dortigen Dom aufbewahrt sind. (Juni 1832)

Hier in Paderborn fängt es bereits an, wegen des Sonntag bevorstehenden Libori-Festes recht unruhig zu werden; worauf ich mich am meisten freue, das ist auf den Päpstlichen Segen, verbunden mit vollkommenem Ablass, welchen der Herr Bischof am Libori-Tage in der Domkirche spendet. (23.7.1853)

Morgen ist Libori, die Glocken der Stadt läuten wunderschön, ein buntes Gemenge von Wallfahrern ist bereits eingezogen. Die Jesuiten werden die Ffestpredigten halten. (20.7.1854)

Wie viele Arme brachte sie an hohen Feiertagen, wie am Liborifeste, wenn sie vom Dome kam, mit von der Straße ins Mutterhaus, wo sie dann im Garten vor dem Haus auf den Bänken Platz nahmen, und Mittagessen, Kaffee und dgl. für sie besorgt wurde. (Tugendleben)

 

In diesem Video sehen Sie Schwestern, die ein Wort von Mutter Pauline ausgewählt haben, das ihr Leben geprägt hat.

Sr. Mary Amata (N.A Östliche Provinz) beginnt ihre Vorbereitung auf die Ewige Profess am 28. Juni. In diesem Zusammenhang ist es interessant, auf das erste Terziat unserer Kongregation im Jahre 1866 zurückzuschauen, an dem Mutter Pauline mit vier weiteren Schwestern teilgenommen hat. Hier eine Zusammenfassung aus der Biografie von Alfred Hüffer:

„Nach den vom Papste genehmigten Konstitutionen waren die Schwestern verpflichtet, nach einer Reihe von Jahren noch einmal in das Vorbereitungsstadium des Noviziats zurückzutreten, um sich dadurch zu der sogenannten „großen Profession“, der feierlichen Ablegung der ewigen Gelübde, zu rüsten.

„Zum ersten Male“ – so berichtet darüber die Chronik – „wurde das dritte Noviziat gemacht von unserer teuren würdigen Mutter Pauline von Mallinckrodt, von Schwester Mathilde Kothe, Schwester Anna von Eichstädt, Schwester Augustine Ficke und Schwester Walburga Heggen. Herr Pater Behrens, Rektor und Novizenmeister des Terziats der Jesuiten in Paderborn, hatte die Güte, die allgemeine Leitung unseres Noviziats zu übernehmen.“ Dasselbe begann am 25. April 1866, am Schutzfeste des hl. Joseph, und endete am 15. August, am Tage der Himmelfahrt Mariens. Um in voller Abgeschiedenheit nicht nur vom Geräusch der Welt, sondern auch von allen geschäftlichen Störungen, der ernsten Vorbereitung durch Gebet, Betrachtung und geistliche Übungen obliegen zu können, verweilten die Schwestern in abgesonderten, stillen Räumen des Klosters.Später bezogen sie zur Abhaltung der „großen Exerzitien“ die noch einsameren Zellen, welche eigens für geistliche Übungen in den zwei Seitenchören der Konradus-Kapelle hergerichtet waren: die „Sankt Paulus-Klause“ und die „Sankt Meinrads-Zelle“.

So war denn alles aufs Beste geordnet, und das in ernster Strenge durchgeführte Noviziat fand seinen gesegneten Abschluss an der Friedensstätte, die dem Andenken an die lieben vorangegangenen Schwestern geweiht war. Als leuchtendes Vorbild erschien den fünf Schwestern auch an diesen Tagen ihre „liebe würdige Mutter“. „Machte sie“ – so meldet die Chronik – „auch alle Übungen des Noviziats vollkommen mit, betrachtete sie in ihrer tiefen Demut sich auch nur als Novizin, und wollte sie als solche auch nur erscheinen, so war sie uns doch während der ganzen Zeit des Noviziats zugleich eine weise, liebevolle Mutter, Meisterin und Führerin.“ So nahte der Tag der großen Profession.

„Auf den Wunsch des hochwürdigsten Herrn“ – berichtet die Chronik weiter – „geschah die Ablegung unserer ewigen Gelübde in der Sankt Konradus-Kapelle, welche zu diesem Zwecke festlich hergerichtet war ... Der Herr Bischof brachte das hl. Opfer dar. Zum Evangelium hielt derselbe eine ergreifende Ansprache an die Glücklichen. Seine Worte entsprachen so ganz der nächsten Vorbereitung zu der bevorstehenden wichtigen Handlung. Unmittelbar darnach traten wir an den Altar, um unserem himmlischen Bräutigam uns ganz und für immer zu einem wohlgefälligen Brandopfer darzubringen und in die Hände unseres hochverehrten Oberhirten unsere ewigen Gelübde abzulegen. – Das Opfer war gebracht – und, wie wir demuts- uns vertrauensvoll hoffen, angenommen von der Hand des Allerhöchsten und Allbarmherzigen. Der Bund wurde besiegelt in der hl. Kommunion.“ (16. Juli 1866)

Der Weg zur Konradus-Kapelle und die Konradus-Kapelle heute

 

Die Religionslehrer/Innen unseres Gymnasiums in Buenos Aires haben zum Fest Mutter Pauline ein schönes Video gemacht. Der Liedtext in Deutsch lautet:

"Hi, Pauline, du bist meine Freundin. Du liebst mich sehr und ich liebe dich auch. Ich weiß, dass du immer bei mir bist und ich trage dich hier in meinem Herzen."

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