Generalat, Mutterhaus und Exerzitienhaus aus der Vogelperspektive

„Zu allen Zeiten versuchten Ordensgemeinschaften, in ernsthaftem Suchen in den sog. „Zeichen der Zeit“ den Willen Gottes zu erkennen und daraus ihre Entscheidungen und ihr Handeln abzuleiten. In den letzten schnelllebigen Jahrzehnten tauchten auch in unserer Gemeinschaft immer öfter Fragen auf, wie: „Entsprechen wir, entsprechen unsere Aufgaben noch den Erfordernissen unserer Zeit?“ „Entsprechen wir den Erfordernissen unserer Zeit so, wie Mutter Pauline denen ihrer Zeit entsprochen hat“? „Wie vermögen wir als Gemeinschaft auf Nöte unserer Zeit zu antworten?“ Im Rundschreiben des Kapitels der Deutschen Provinz 1976/77 heißt es: „Im Rahmen der Erneuerung müssen wir uns aufrichtig und mutig die Frage stellen, ob wir unsere Aufgaben in der gegenwärtigen Form auf längere Sicht hin weiterführen können.“ Es war insgesamt die Suche nach einer gesunden Balance zwischen der Treue zu unseren jeweils gegenwärtigenapostolischen Aufgabenund der Offenheit gegenüber neuen Herausforderungen, - unter Abwägung der zur Verfügung stehenden Mittel und Möglichkeiten.

Mit der Auflösung oder Verminderung großer Gemeinschaften, die für ein bestimmtes gemeinsames Werk standen, gewann zunehmend das Wirken der einzelnen Schwestern an Bedeutung. Zugleich erhielt eine gute Zusammenarbeit mit den Laien, „die im Geist Mutter Paulines mit uns arbeiten und ihr Werk weiterführen“ besonderes Gewicht. ...Mehr und mehr musste gelernt werden, „dass nicht die Tätigkeit als solche das Wichtigste ist, sondern dass das Hauptapostolat im Zeugnis des gottgeweihten Lebens besteht.“

Die Vielfalt der Tätigkeiten in der Deutschen Provinz – grundgelegt im Kulturkampf und noch einmal verstärkt während und nach dem zweiten Weltkrieg - wurden wegen dieser Besonderheit bereits im Kapitel „Allmähliche Veränderungen“ ausführlicher beschrieben. Die sich ständig wandelnden Zeitverhältnisse erforderten immer wieder gemeinsames Suchen, Anpassungen, Veränderungen, Abschiede oder auch Neubeginn.

Im Zuge der Zukunftsplanung begannen die Verantwortlichen der Provinzleitung schon frühzeitig größere Werke bzw. deren Trägerschaft abzugeben. So schmerzlich dieser Prozess war, so brachte er doch auch eine gewisse Bewegungsfreiheit mit sich und eröffnete Möglichkeiten der Tätigkeit einzelner Schwestern oder kleinerer Gruppen für neue, zeitbedingte Aufgaben.

Insgesamt gewannen pastorale Dienste in Pfarrgemeinden, Seelsorgetätigkeit z. B. in Krankenhäusern und Altenheimen, geistliche Begleitung und Exerzitien verschiedenster Art zunehmend an Bedeutung. Auch bisherige Tätigkeiten wie z. B. Schule oder Kindergarten bekamen neben der ursprünglichen Zielsetzung immer mehr einen pastoralen oder sozialen Charakter. Unsere Sendung und die Bedeutung des Lebenszeugnisses bleiben. Immer sind wir aufgerufen, die Liebe Christi zu bringen und zu bezeugen, ob wir einen speziellen Dienst ausüben oder einfach als geistliche Gemeinschaft präsent sind.

Mutterhaus, Exerzitienhaus, Haus Mallinckrodt und das umliegende Gelände mit der Conraduskapelle bilden eine Einheit und das Zentrum der Deutschen Provinz. Als Ursprung unserer Kongregation mit der Grabstätte der Gründerin ist dieser Ort für alle Schwestern der Kongregation von besonderer Bedeutung, - eine weitere Verpflichtung für die Provinz, ihn zu pflegen und zu erhalten.“ (Aus: “Als Antwort auf Gottes Ruf“, von Sr. Anna Schwanz)

Siehe auch diesen Beitrag auf der Internetseite des Erzbistums Paderborn.

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