Schwester Veronika schreibt:

Ja, wie sieht bei uns in Thülen in dieser Zeit unser Alltag aus?

Als erstes waren die Weihwasserbecken in den Kapellen geleert. Dann folgten an den Eingängen Schilder mit dem derzeitigen Besuchsverbot und Desinfektionssprayer wurden angebracht.

Da Herr Pastor Rudek in unserem Gelände wohnt, haben wir das Glück, täglich die heilige Messe mitfeiern zu können. Allerdings dürfen keine Besucher von „draußen“ teilnehmen was für diese schmerzhaft ist.

Das wurde gerade in der Karwoche und an Ostern deutlich. Wir versuchen, die Menschen, denen die Teilnahme bei uns und überall im Land verwehrt ist, besonders in unser Gebet mitzunehmen.

In unserer Kapelle brennt beim hl. Josef, der als Patron der Sterbenden verehrt wird, täglich ein Licht für die vielen Corona-Toten und deren Angehörige, die sich in der Pandemie nicht von ihren Angehörigen verabschieden können.

Laut Aussage eines Experten zählen zur Gruppe der „Älteren“ und „Gefährdeten“

die Menschen ab 60. Also gehört unser gesamter Konvent ausnahmslos dazu.

Wie verläuft unser Alltag?

Sr. Annette schreibt:

Immer wieder werde ich gefragt wie es uns in dieser Zeit geht, ob die Wärmestube noch geöffnet ist und was man tun kann. Da ist neben der Bitte um Lebensmittel an Menschen hier, die Bitte ums Gebet am wichtigsten.
Seit nunmehr zwei Wochen hat uns Corona jetzt auch stark eingeschränkt. Zuvor hatten wir noch normal auf, aber unsere Besucher mussten einen Mindestabstand einhalten. Auch in dieser Zeit waren schon viele unsere älteren Mitarbeiter ausgefallen, weil sie zur Risikogruppe zählen und das Virus ihnen Angst macht. Seitdem die Kontaktbeschränkungen verstärkt wurden und alle Restaurants schließen mussten, durften auch wir keine Gäste mehr in unseren Räumen empfangen. Wir geben seitdem unsere Mahlzeiten in fest verschließbaren Plastikschüsseln aus. Unsere Mitarbeiteranzahl hat sich noch weiter verringert und es erfordert viel Mühe und häufige Telefonate um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Keiner unserer Gäste darf die Wärmestube mehr betreten, an der Tür haben wir mit Stühlen eine Abstandsmauer gebaut. Die Mitarbeiter sind mit Handschuhen, Mundschutz, Desinfektionsmitteln usw. ausgestattet. So geben wir das Essen zum Mitnehmen aus. Viele unserer Besucher setzen sich auf eine der Bänke am Platz und essen gleich da, weil ihnen Gesellschaft wichtig ist, oder sie kein zu Hause haben. Gott sei Dank macht das Wetter mit. Um den Mindestabstand zu gewähren, sitzt immer nur eine Person auf der Bank. Trotzdem finden kleine Unterhaltungen statt. Und wir erfahren viel Dankbarkeit, weil wir den Betrieb offenhalten. Gott sei Dank ist noch niemand von uns erkrankt, weder Gäste noch Helfer und auch mir geht es gut. Und ein Lächeln und ein gutes Wort können auch mit etwas Abstand sagen, "Du gehörst zu uns, Du bist uns wichtig". Intensivere Gespräche sind jetzt nur gelegentlich, bei dringendem Bedarf, mit mir drinnen möglich. Frau Leimbach, die Leiterin der Caritas hat mich gefragt, wie wir es machen wollen, offenhalten oder schließen, da ich auch zur Risikogruppe zähle. Das ist für mich gar keine Frage, da unser Gäste auf uns angewiesen sind. Wir beachten alle notwendigen Schutzmaßnahmen so gut als möglich und mit Gottes Hilfe wird es weitergehen. Viele der Menschen, die jetzt zu uns kommen, bitten mich auch ums Gebet, auch für die, die nicht kommen können, Drogenabhängige und Alkoholiker mit Vorerkrankungen. Manche versorgen diese mit unserem Essen. So rücken auch hier die Leute in der Not im übertragenen Sinn enger zusammen. Gott schütze Sie alle und bleiben Sie gesund.  Sr. Annette

 

Sr. Angela Maria schreibt:

Am heutigen Palmsonntag wurden im Gottesdienst, der jeden Sonntag im Internet auf der Homepage der Domgemeinde ausgestrahlt wird, Palmzweige gesegnet, sowie kleine Osterkerzen und auch Weihwasser, das in kleinen Flaschen abgefüllt worden war. Diese Dinge können in der heiligen Woche im Dom, der noch geöffnet ist, gegen eine kleine Spende abgeholt werden. Die St. Mauritius Kirche und das Kolumbarium sind in dieser außergewöhnlichen Zeit geöffnet, während andere Kirchen geschlossen sind. Vermehrt kommen immer wieder Beter in die St. Mauritius Kirche. Fast immer brennen Kerzen vor der Mutter Gottes, - oder ich sehe Menschen dort beten. Jeden Abend um 19:30 Uhr läuten die Glocken der evangelischen und katholischen Kirchen in der Stadt. Es wird zur Gebetsgemeinschaft eingeladen in Zeiten der Corona Pandemie! Das Pastorale Team hat dazu eine Gebetsvorlage mit unterschiedlichen Texten zusammengestellt, - für viele eine Hilfestellung und eine geistige Gebetsgemeinschaft.

In der Feier der Osternacht im Pastoralen Raum Mindener Land wurden immer Speisen gesegnet, die von den Gottesdienstbesuchern mitgebracht worden waren. Da dies jetzt nicht möglich ist, wurde in der letzten Ausgabe der Pfarrnachrichten ein Begleitblatt beigelegt, damit die Familien ihre Speisen selber segnen können...

Ihnen allen eine gesegnete heilige Woche!, Sr. Angela Maria

 

 

Weil während der Corona-Krise keine öffentlichen Gottesdienste stattfinden können, werden einige Gottesdienste aus der Krypta des Paderborner Domes live übertragen.

Sr. Ines und ich sind aktiv in die Gestaltung dieser Gottesdienst miteingebunden.

Wir haben am Freitag, 20. März, und am Samstag, 21. März, jeweils das Morgengebet um 08:00 Uhr und den Mittagsimpuls um 12:00 Uhr gestaltet. Es ist schon eigenartig, die leeren Bänke vor sich zu sehen und in die Kamera zu sprechen.

Zum Fest des hl. Josef waren wir auch als Lektorinnen, Ministrantin und „Volk“ in der heiligen Messe eingesetzt. Es war schön, die Messe mitfeiern zu können. Aber die Antworten verhallten in der leeren Krypta. Ich bin mir nicht sicher, ob die Mikrofone etwas davon einfangen und über das Netz verbreiten konnten. In den kommenden Wochen sind wir noch häufiger für die Eucharistiefeier eingesetzt.

Leider kann man diese Gottesdienste nur in Echtzeit im Livestream auf der Homepage des Erzbistums verfolgen.

29.03.2020

Liebe Schwestern!

Auch wir Schwestern aus Siegburg möchten Sie /Euch an unserem veränderten Leben teilnehmen lassen.

Seit vier Wochen sind wir, bedingt durch Schwester Wiltruds Krankenhaus -aufenthalt, ein Dreierkonvent. Mit Schwester Wiltrud standen wir die ganze Zeit im intensiven Kontakt, erst durch Besuche, die letzten Wochen nur noch telefonisch oder „per Kurierdienst“ (Weitergabe von Kleidung, Medikamente) an der Pforte des Krankenhauses.

Es war für uns nicht leicht, sie – vor allem nach ihrer zweiten OP – nicht mehr besuchen zu können. Nun geht sie bis Mitte Mai nach Thülen, um sich dort zu erholen und zu stärken. Wir wissen sie dort in sehr guten Händen! Danke Euch in Thülen!

Kitas und Schulen sind geschlossen – Kinder sind den ganzen Tag hier in ihren Gruppen - soziale Kontakte nach außen hin auf das allernötigste (Therapie) beschränkt - kein persönlicher Kontakt zu den Außenwohngruppen.

Wie gehen die Erzieher/Innen und Kinder mit dieser veränderten Situation um?

Die Regeln/Auflagen der Heimleitung, bedingt durch die Anordnung der Landesregierung, werden in vollem Maße akzeptiert und gelebt. Das Wetter ist bis jetzt gut und nach der morgendlichen Lernzeit ist dem Einfallsreichtum der Erzieher/Innen, die neue Freizeit der Kinder sinnvoll zu gestalten, keine Grenzen gesetzt. So tummeln sich die Kinder mit interessanten Bewegungs -spielen auf dem Hof, auf unserem Fußballplatz oder gehen als eigenständige Gruppe in den Wald. Die Atmosphäre ist unter Personal und Kindern gut. Frau Boddenberg tut das Ihrige dazu, Mitarbeiter/Innen und Kindern täglich neu für ihren Einfallsreichtum zu danken und sie zu motivieren. Wir sind noch Corona frei, – lautet die tägliche Rund Mail von ihr!

Da die Kita seit einer Woche nur für „Notfälle“ geöffnet hat, wird somit nicht das gesamte Personal benötigt. Mit einer anderen Kollegin betreue ich die vier  bis fünf Kinder in der Kita. Auch wir versuchen, den anwesenden Kindern die veränderte Atmosphäre so angenehm und individuell wie möglich zu gestalten.

Die anderen Kolleginnen der Kita unterstützen die Erzieher/Innen in den Außenwohngruppen des Kinderheimes. Eine schöne Erfahrung, dass „die kleine Pauline“ und „die große Pauline“ wirklich „Hand in Hand“ miteinander arbeiten und sich gegenseitig unterstützen.

Und wir Schwestern? Wir leben mitten dazwischen und versuchen auch das Unsrige dazu zu tun. So wurde Sr. Agathe letztes Wochenende zur „Hörnchen Bäckerin“, während Sr. Kunigunde ihre Kreativität auf den Adressschildern der „Hörnchen Kisten“ zum Ausdruck brachte. Da war die Freude bei den Kleinen groß!

Für Samstag, 28. März, war eine Abschiedsfeier für unserer langjährige Kita- Leiterin – Frau Mariathasan – geplant. Leider musste sie auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschoben werden. So erfolgte das „auf Wiedersehen sagen“ an ihrem letzten Arbeitstag am Freitag, den 27. März, nur aus der Distanz. Schade, doch die Feier wird nachgeholt!

Da wir in unserem Konvent und unseren Kirchen auch keine hl. Messe mehr feiern, gestalten wir unser geistliches Leben u.a. vermehrt auch über Fernsehen, Internet, Austausch über spirituelle Impulse.

Jeden Abend um 19:30 Uhr läuten in allen Kirchen der Diözese Köln 5 min. lang die Glocken. Dieses ist ein Zeichen der besonderen Gebetsgemeinschaft für alle Menschen in dieser veränderten Lebenssituation.

So fühlen auch wir uns hineingenommen in die Gebetsgemeinschaft der ganzen Welt.

Ihnen und Euch weiter alles Gute, bleiben Sie/bleibt Ihr gesund!

Im Gebet verbunden – die Siegburger Schwestern

Sr. Ignatiana aus der Fazenda in Hellfeld schreibt:

Ja, wie geht es uns hier auf der Fazenda in der jetzigen Coronavirus-Krise? Von mehreren Seiten bin ich schon gefragt worden.

Da jetzt die Ausgangssperre in ganz Deutschland verhängt ist, kommen ja auch keine Gäste mehr zum Hofcafé. Heilige Messen finden auch nicht mehr statt. So nehmen wir morgens um 7.00 Uhr an der Papstmesse teil, die live übertragen wird.

Von 13.30 Uhr –14.00 Uhr halten wir jetzt in der Fastenzeit in unserer Kapelle Anbetung. Unsere jungen Leute haben sich dieses Fastenopfer ausgesucht und verzichten auf eine halbe Stunde Freizeit. Sonntags nehmen wir Hausbewohnerinnen an einem Wortgottesdienst mit Kommunionausteilung teil. Denn wir haben das Glück, zurzeit eine Gemeindereferentin unter uns zu haben. Außerdem ist auch eine Studentin bei uns. Sie studiert in Paderborn ebenfalls dieses Fach und machte ihr Praktikum hier  an der Grundschule in Hellefeld, welches sie leider jetzt nicht weiter ausführen  kann. Fast jeden Abend kommt Michaela, unsere Leiterin, zu mir ins Wohnzimmer und ich nehme Teil an den Fastenexerzitien nach Johannes vom Kreuz. Die Texte bekommt sie von einem Karmelitenorden  zugeschickt. Gestern hatten wir ja das Fest Maria Verkündigung und so begleitet uns das Wort heute “den Glauben vermehren”.  In diesen Tagen bekam Michaela  eine Anfrage von einem Altenheim aus Bayern, ob sie bereit wäre, mit den jungen Leuten  Schutzmasken zu nähen? Und jetzt ist die Produktion schon gut angelaufen. Es können ca. 40 Stück versendet werden. Es wird viel weißes Nähgarn verbraucht. Nun suchen wir Spender, die uns vielleicht einige Garnrollen überlassen können, denn die Masken werden kostenlos an das Altenheim verschickt. In diesen Tagen war  auch schon Gartenarbeit angesagt. Mir selbst geht es gut. Weil ich ein Risikofall bin betreffs meines Alters werde ich  hier von allen sehr liebevoll geschützt. Begrüßung machen wir jetzt mit den Ellenbogen. Ich bin sehr in der Gemeinschaft integriert. Ich helfe da, wo Hilfe notwendig ist. Ansonsten bin ich in der Waschküche tätig und nachmittags gebe ich an 5 Tagen unseren ausländischen Bewohnerinnen Deutschunterricht, wo ich in den fast acht Jahren jetzt etwas Übung habe.

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