Schwester Veronika schreibt:

Ja, wie sieht bei uns in Thülen in dieser Zeit unser Alltag aus?

Als erstes waren die Weihwasserbecken in den Kapellen geleert. Dann folgten an den Eingängen Schilder mit dem derzeitigen Besuchsverbot und Desinfektionssprayer wurden angebracht.

Da Herr Pastor Rudek in unserem Gelände wohnt, haben wir das Glück, täglich die heilige Messe mitfeiern zu können. Allerdings dürfen keine Besucher von „draußen“ teilnehmen was für diese schmerzhaft ist.

Das wurde gerade in der Karwoche und an Ostern deutlich. Wir versuchen, die Menschen, denen die Teilnahme bei uns und überall im Land verwehrt ist, besonders in unser Gebet mitzunehmen.

In unserer Kapelle brennt beim hl. Josef, der als Patron der Sterbenden verehrt wird, täglich ein Licht für die vielen Corona-Toten und deren Angehörige, die sich in der Pandemie nicht von ihren Angehörigen verabschieden können.

Laut Aussage eines Experten zählen zur Gruppe der „Älteren“ und „Gefährdeten“

die Menschen ab 60. Also gehört unser gesamter Konvent ausnahmslos dazu.

Wie verläuft unser Alltag?

Um möglichst wenige Berührungspunkte zu haben, wurde im Konvent beschlossen, das Stundengebet und die Anbetungszeit privat zu gestalten.

Im großen Speisesaal sind wir 35 Schwestern. Soweit es geht versuchen wir etwas mehr Abstand zu halten. Mittags haben wir die Möglichkeit in der Zeit von

11:45 – 12:45 Uhr zu essen. Jede kann aufstehen, wenn sie fertig ist, und gehen.

In der Kapelle ist fast immer nur eine Schwester in der Bank, ansonsten besteht die Möglichkeit in eine freie Bank zu wechseln.

Unsere Mitarbeiterinnen sind für uns schon immer ganz wichtige Stützen. Jetzt nehmen sie die Verantwortung sehr ernst, sich selbst vor Ansteckung zu schützen und damit auch uns Schwestern.

Die Pflegestation ist ein besonders schützenswerter Raum.

Die Mitschwestern werden weiterhin gut von den Pflegerinnen versorgt und betreut. Arztbesuche werden zurzeit weniger angeordnet und manche Termine, die nicht unbedingt erforderlich sind, werden auch immer wieder abgesagt, z. B. von der Augenklinik oder anderen Institutionen. Das Aussetzen der physiotherapeutischen Maßnahmen im Haus verursacht für einige Schwestern schon Einschränkungen.

Küche und Hauswirtschaft laufen bis jetzt ihren normalen Gang.

In diesem Jahr wurden bereits 5 Schwestern in die Ewigkeit abberufen. Bei ihnen spielte das Corona-Virus keine Rolle. Zur Beerdigung durften allerdings keine Angehörigen oder Bekannten kommen. Nach dem Requiem sind wir sofort zum Grab gegangen; dort stand der Sarg schon über dem Grab. Der Beginn in der Totenhalle ist derzeit untersagt. Wir werden zur späteren Zeit zu einem Abschiedsgottesdienst einladen.

Das Fest des Hl. Josef haben wir in diesem Jahr nur intern festlich gefeiert. Unsere eingeladenen  Mitschwestern aus Paderborn mussten wir wieder ausladen, da zwischenzeitlich die Empfehlung der Kontaktvermeidung herausgekommen war. Das tat uns sehr leid. Doch jede von uns weiß um die Wichtigkeit der Einhaltung.

Jedenfalls freuen sich wohl beide Seiten schon auf den nächsten möglichen Besuch!

Ob das bei unserer Jubiläumsfeier am 1. Mai sein wird? Das bleibt noch offen.

Da Mundschutz sich als Mangelware herauskristallisierte, wurde vielerorts privat welcher genäht. Auch Schwestern von uns beteiligten sich daran. Es wurde für unseren eigenen Gebrauch, aber auch zum Weitergeben genäht.

Durch die ausführliche Berichterstattung in den Medien fühlen wir uns gut informiert und wissen um die Notwendigkeit der Maßnahmen.

Wir sind dankbar für unser Gelände, das uns einen guten Ausweichraum bietet. Wir wissen es zu schätzen.

So können wir von uns sagen, dass es uns der Situation entsprechend gut geht und wir wohlauf sind.

Wie arm sind dagegen die Familien, die in Hochhäusern und beengten Räumen wohnen. Da ist manches Konfliktpotential vorprogrammiert.

Nicht dran denken darf man an die Folgen, wenn das Virus sich in den Flüchtlings - lagern ausbreitet. Der Herr möge seine Hand über sie in besonderer Weise halten.

Zum Schluss möchte ich noch eine persönliche Erfahrung der Ermutigung erzählen:

Die Corona Pandemie war gerade auch bei uns in Deutschland im Ausbruch.

Wir waren auf der Fahrt vom Krankenhaus in Brilon nach Thülen. Es war Sonnenschein und es hatte einen kurzen und heftigen Regenschauer gegeben. Plötzlich war ein herrlicher Regenbogen zu sehen. Von unserem Blickwinkel aus gesehen stand er genau über Thülen. Mich durchfuhr es wie eine Zusage von oben: „Ich bin da! Ihr seid unter meinem Schutz! Vertraut mir!“

Dieser Regenbogen hat sich mir tief eingeprägt. Er begleitet mich und schenkt mir Hoffnung.

                                                                    Sr. Veronika

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